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Die weltweiten Aktienmärkte sind mit empfindlichen Verlusten ins neue Jahr gestartet. Selbst an der Wallstreet, die vergleichsweise glimpflich davongekommen ist, gab es nur einmal, nämlich im Jahr 1988 einen vergleichbar schlechten Börsenstart. Der Dax verlor in den ersten drei Handelswochen mit fast 13% seines Wertes so viel wie noch niemals zuvor am Jahresanfang. Seit den Höchstständen im April 2015 hat der Index damit rund 25% korrigiert. Neben dem Stottern des globalen Wachstumsmotors China macht auch der Verfall der Rohstoffpreise, allen voran des Öls den Marktteilnehmern Angst. Die Situation am Ölmarkt spaltet die Investment-Gemeinde. Während die einen den Ölpreisverfall als Vorboten einer globalen Rezession sehen, verweisen die anderen auf die positiven Konjunktureffekte des billigen Öls und sehen die Ursache vor allem in den Machtkämpfen innerhalb der Erdöl-Förderstaaten. Dort heißt es momentan fast Jeder gegen Jeden. Als Ausgangspunkt kann man dabei inzwischen als gesichert nehmen, dass Saudi-Arabien mit der Politik hoher Förderquoten und billiger Preise vor allem der Konkurrenz aus dem amerikanischen Fracking-Geschäft, aus Russland und Venezuela das Leben schwer machen wollte. Neu hinzugekommen ist nun noch der Iran, der dank der Aufhebung der Sanktionen nun wieder seinen angestammten Marktanteil erringen will.

Derzeit werden – ganz typisch in derartigen Korrekturphasen – an der Börse sämtliche positiven Faktoren ausgeblendet. Dagegen identifizieren „Fachleute“ an allen Ecken und Enden vielfältigste Risiken und für die „wah-ren Experten“ ist jetzt schon klar, dass den sieben fetten nun sieben magere Jahre folgen werden. Wie üblich, wenn die Angst regiert, folgen den fallenden Kursen nun Medienberichte, welche die Rückgänge vermeintlich logisch begründen. Die sprichwörtliche Herde drängt weiter zum Börsenausgang und viele Investoren können nicht anders, als mitzurennen. Wir erwarten weder eine weltweite Rezession, noch sehen wir sonstige Gründe, zum jetzigen Zeit-punkt Qualitätsaktien zu verschleudern. Die Frage nach möglichen Alternativen bleibt angesichts der absehbar anhal-tend niedrigen Zinsen unbeantwortet. Zahlreiche Qualitätsaktien haben im Zuge des jüngsten Kursverfalls Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 16 oder gar darunter erreicht, was einer Gewinnrendite von 6,25%, also dem 13-fachen der aktuellen Verzinsung 10-jähriger Bundesanleihen entspricht.

Die etablierten Aktienmärkte sind alles andere als überhitzt und die meisten Unternehmen haben –wachgerüttelt durch die Finanzkrise- saubere Bilanzen mit hohen Eigenkapitalquo-ten und geringem Verschuldungsgrad. Auch deshalb glauben wir, dass die Korrektur an den Aktienmärkten bald ausgestanden sein wird. Lassen Sie sich also nicht von den derzeit heftig schwankenden Kursen verunsichern sondern behalten das Wesentliche im Auge: Die Entwicklung der Unternehmen in die sie langfristig investieren. Die gesamte Börsenhistorie zeigt, dass erfolgreiche Investoren genau dann zugreifen, wenn die Preise für Aktien am Boden liegen – was in der Regel stets der Fall ist, wenn Angst und Panik das „Kommando“ übernommen haben. Jeder Baisse bzw. Korrektur folgt eine neue Hausse. Eine alte Börsenweisheit lautet: „Nicht Nachrichten machen Kurse, sondern Kurse machen Nachrichten.“ Daher werden die Kurse auch schon lange vorher wieder nach oben drehen, ehe sich die Nachrichtenlage wieder freundlich präsentiert. Die Ausgangslage könnte kaum besser sein: Die nächste Hausse startet mit niedrigen Energiepreisen, spottbilligen Rohstoffpreisen, niedriger Arbeitslosigkeit und historisch niedrigen Zinsen. Besser geht es kaum.